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BVS-Klassen im Spiegel der Zeit – und unterschiedlicher, wie sie kaum sein könnten: Lehrgang des gehobenen Verwaltungsdiensts 1970 (o.) und Verkäuferlehrgang der Sparkassen 1973 (u.).

BVS im Wandel – die 1970er Jahre

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Anfang der 1970er Jahre gibt es viel zu tun bei der BVS: Neben der Organisation von erweiterten Kursplänen und Angeboten, dem Management der steigenden Teilnehmerzahlen und nebenberuflichen Dozenten gibt es auch den Erfahrungsaustausch mit Institutionen außerhalb Bayerns. Zwischen 1946 und 1970 hat die Schule fast 50.000 Personen im öffentlichen Dienst in Bayern aus- und weitergebildet. Noch immer sind es bis zu 1.500 rein nebenamtlich tätige Lehrkräfte, die, unterstützt von der hauptamtlichen Verwaltung, die Lehrkurse organisieren und durchführen. Und die Nebenamtlichen „sind nicht immer pädagogische Naturtalente“, scherzt Jürgen Harbich, BVS-Leiter von 1974 bis 1999. Außerdem ist die Arbeitszeit der nebenamtlichen Lehrkräfte durch ihren regulären Job stark begrenzt.

So ist die Schule längst über ihren Grundauftrag hinausgewachsen – und stellt sich in den 1970er Jahren Schritt für Schritt neu auf, um sich an den Erfordernissen der Zeit auszurichten: 1972 erfolgt eine Satzungsänderung mit neuer Führungsstruktur. 1973 stellt die BVS den ersten hauptamtlichen Lehrer ein. „Ein sehr respektabler Mann, der gerne unterrichtet hat. In seinem Unterricht herrschte Zucht und Ordnung“, erinnert sich Harbich mit einem Lächeln zurück. Besagter Lehrer ist zwar längst in Rente, Kontakt haben er und Harbich aber immer noch bei regelmäßigen Schachduellen, bei denen der ehemalige BVS-Leiter auch einmal den Kürzeren zieht.

Die internen Umstrukturierungen werden durch äußere Faktoren begünstigt. Denn auch in anderen Bereichen verändert sich die Ausbildung. Mit der endgültigen Verstaatlichung der Bayerischen Polizei 1975 und der Eingliederung der Gemeindepolizeien in die Bayerische Landespolizei wird die Ausbildung für kommunale Polizeibeamte abgegeben. Ab 1982 richtet der Sparkassenverband Bayern eine eigene Sparkassenakademie in Landshut ein, die sich fortan um die Ausbildung der Sparkassenmitarbeiter kümmert.

So werden bei der BVS Ressourcen frei und die Verwaltungsausbildung kann intensiviert werden. Neue Unterrichtsräume und ein Pädagogik-Seminar modernisieren das Lehrangebot und sorgen dafür, dass auch die Lehrkräfte immer auf dem neuesten Stand bleiben – was im Übrigen auch bitter notwendig war, erinnert sich Harbich, schließlich stammte manches Material der Schule „noch aus der Weimarer Zeit“.

Und auch für einen bis heute zentralen Wesenskern legt die BVS 1977 den Grundstein: Sie schafft den letzten Fernlehrgang ab und konzentriert ihren Unterricht fortan auf ihre dezentralen Standorte, um so möglichst effizient die Aus- und Weiterbildung des öffentlichen Diensts in ganz Bayern abzudecken. Diese Umstrukturierung wird die BVS vor allem in den 1980ern beschäftigen…

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